Der zweite Tag auf dem Rheinsteig – Von Bonn nach Oberdollendorf, 21km

Der nächste Morgen war endlich da. Voller Erwartung bin ich schon um 6 Uhr aufgestanden, hab mich schnell geduscht, angezogen und ab zum Frühstück. Hier habe ich es mir bei einer ordentlichen Portion Waffeln mit Apfelmus erstmal richtig gut gehen lassen. Zum Glück ist hier Selbstbedienung und man kann sich so viel nehmen wie man möchte 🙂

Gut gestärkt ging es gegen 8:30 Uhr los Richtung Rhein. Um dort hinzukommen musste ich erstmal durch die ganze Stadt latschen aber in Bonn gibt es ja auch einiges Historisches zu sehen und so war der Weg dorthin alles andere als langweilig.
Der Start des Rheinsteigs befindet sich auf dem Marktplatz direkt am Bonner Münster. Von hier aus ist es noch mal ein guter Kilometer bis zum Rhein. Als ich dort angekommen bin, wurde ich erstmal mit einem wunderschönen Blick über den Rhein und mit einer wundervoll wärmenden Morgensonne belohnt. Hier verharrte ich eine Weile um diesen schönen Moment und die morgendliche Stille zu genießen.

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Das Ludwig von Beethoven Denkmal auf dem Münsterplatz mit dem Bonner Hauptpostamt im Hintergrund.

Die ersten 5 km gingen direkt am Rhein entlang und es war schön zu beobachten wie langsam alles wach wurde. So ca. ab der Hälfte der Strecke läuft man komplett im Wald und hat nur noch die Möglichkeit über Stichwege einen Blick auf den Rhein zu erhaschen. Davon gibt es allerdings einige. Da ich aber irgendwann am Etappenziel ankommen wollte und ich noch einiges an Kilometern vor mir hatte, bin ich an den Meisten vorbeigelaufen.
Alles in Allem gab es auf der erste Tour kein besonders anspruchsvolles Höhenprofil. Es gab ein paar Steigungen aber die waren nicht weiter dramatisch. Dennoch bekam ich schon mal ein Gefühl, wie es ist mit 17 kg mehr auf dem Buckel eine längere Strecke zu laufen. So kann es dann auch, dass sich meine Begeisterung drastisch einstellte, als ich nach 15 km aus dem Wald auf einen der Aussichtspunkte ging und feststellte, dass ich Bonn immer noch nicht hinter mir gelassen hatte. Das fand ich in dem Augenblick schon irgendwie scheiße. 🙂 Nach diesem Schock musste eine Pause her. Nach einer kleinen Stärkung und 30 minütiger Realitätsbewälltigung ging es neuen Mutes weiter.

Oberhalb von Oberdollendorf kommt man wieder aus dem Wald und hat einen wirklich ganz wundervollen Blick über den Rhein und die Weinberge. Uhhund, was man auch immer noch sieht, ist das DHL Gebäude in Bonn. Das empfand ich schon irgendwie sehr deprimieren. Da ist man fast 20 km gelatscht und denn ganzen Tag unterwegs und sieht immer noch diesen scheiß Turm.

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Schöner Ausblick auf die Weinberge und Oberdollendorf

Bevor ich in meine Unterkunft bin, habe ich noch im Kloster Heisterbach zu Mittag gegessen. Das Restaurant wurde mir von einem einheimischen Ehepaar empfohlen. Im Kloster wurde gute deutsch-bürgerliche Küche serviert. Die Portionen waren ordentlich, so das man nach einem langen Wandertag auch gut davon satt wurde.

Nach dem Essen stieg ich vom Rheinsteig ca 2 km ab und ging zu meiner Unterkunft, die „Pension Ley“ in Oberdollendorf. Zu meinem Glück lag die direkt am Ortseingang, so das man nicht noch unnötige Kilometer zurücklegen musste.
In der Pension angekommen habe ich als erstes heiß Geduscht. Was ein unglaublich wohliges Gefühl, und als nächstes habe ich den erstbesten Laden aufgesucht. Belohnung musste her. Ich habe mir dort 2 Dosen Früh Kölsch gekauft und bin ab ans Rheinufer. Hier hing ich dann mit meinen 2 neuen Freunden meinen Gedanken nach. Nur leider blieben die beiden nicht lange ;-), war aber auch nicht schlimm war. Ich war schon recht erledigt und bin recht früh wieder in die Pension und habe mich schlafen gelegt.

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Mein Doppelzimmer

In die „Pension Ley“ habe ich mich direkt verliebt. Das ganze Haus ist ganz liebevoll eingerichtet und neu renoviert. Ich hatte ein schönes helles Doppelzimmer zur Einzelbenutzung. Das Zimmer war makellos sauber und ich hatte einen tollen Blick in den Innenhof. Der Frühstücksraum war eingerichtet wie eine kleine gemütliche Bauernküche und alles hatte direkt einen super Wohlfühlcharakter. Das Frühstück war mehr wie reichhaltig. Es gab neben richtig HEIßEN Kaffee auch Tee, verschiedene Säfte, Kakao und Milch. Es gab verschiedene Sorten Brot und Brötchen. Alles frisch und nichts aufgebacken. Ich hatte neben 3 verschiedenen Sorten Marmelade noch die Auswahl zwischen Honig, Nuss Nougat Aufstrich, Obstsalat, Wurst und Käse. Also Wirklich gigantisch. Hier bin ich definitiv nicht das letzte Mal gewesen und ich kann die Pension beruhigt weiterempfehlen. Bezahlt habe ich für meinen Aufenthalt 57,55€ für Übernachtung/Frühstück im Doppelzimmer zur Einzelbenutzung.

Der erste Tag auf dem Rheinsteig Auf nach Bonn

ENDLICH … auf nach Bonn 🙂

So lange hatte ich mich auf diesen Tag vorbereitet. Ich bin in den letzten Monaten viel gelaufen und habe Muskelaufbau betrieben. Schließlich werde ich die nächsten Wochen viel Gepäck mit mir rumschleppen. Immerhin drückt mein Rucksack mal schlappe 17 Kilo auf die Waage. Die wollen erstmal bewegt werden.

Meine lieben Arbeitskollegen haben mich früh morgens zu Hause abgeholt und zum Bahnhof gebracht.  Von dort aus bin ich mit dem Zug nach Bonn gefahren. ICE, mal was anderes, dachte ich mir und da ich sehr früh gebucht hatte, konnte ich mir die 1. Klasse mit Sitzplatzreservierung für gerade einmal 10€ mehr sichern. Die Zugfahrt verlief dementsprechend entspannt. Ich habe mir deswegen vorgenommen demnächst öfter mit dem Zug zu fahren. Es war so herrlich! Man konnte während der Fahrt schön die Landschaft genießen, lesen oder einfach nur die Augen zu machen und schlafen. Wirklich schade das die Fahrt so kurz war 🙂

In Bonn angekommen bin ich erstmal durch die ganze Stadt zum Hotel gelaufen. Da ich vorher noch nie in Bonn war, fand ich das alles super spannend und freute mich schon auf den nächsten Tag, wo ich das alles erkunden wollte. Für heute war ich erstmal froh im Hotel anzukommen. Schließlich war es jetzt schon nach 17 Uhr und der Hunger meldete sich bereits.

Für diese Nacht sollte es das IBIS Hotel sein. Meiner Meinung nach kann man mit einem IBIS nichts falsch machen, egal ob es ein Buget, Style oder wie sie alle heißen, ist. Ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach spitze und das Frühstück war immer hervorragend. Egal in welchem IBIS ich bis jetzt war.

Direkt gegenüber vom IBIS ist die „Burgermanufraktur am Frankenbad“. Also war das Abendessen auch gesichert. Die „Burgermanufraktur“ ist ein kleiner süßer Laden in dem die Burger ganz frisch und lecker zubereitet werden. Zur Feier des Tages gönnte ich mir einen ordentlichen Burger mit viel Fleisch. Dazu gab es noch eine Portion Chili Cheese Fries und eine schöne Flasche kühles, regionales Bier. Das Essen war wirklich richtig gut und echt zu empfehlen.

 

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Vollgestopft und glücklich bin ich wieder ins Hotel und ging früh schlafen. Morgen sollte es ja endlich losgehen und da wollte ich früh raus. Und je eher ich schief, umso schneller gab es das tolle Frühstück. Auf die schönen frischgemachten Waffeln mit Apfelmus freute ich mich schon seit Wochen 🙂

Bonn:

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Bonn befindet sich links und rechts des Rheins in Nordrhein-Westfahlen. Es entstand vor über 2000 Jahren aus germanischen und römischen Siedlungen und ist somit einer der ältesten Städte Deutschlands.

Von 1949 – 1990 war Bonn die provisorische Bundeshauptstadt Deutschlands und bis 1999 befand sich dort der Regierungssitz.

Mit seinen rund 320.000 Einwohnern gehört Bonn mit zu den 20 größten Städten Deutschlands.

Auf Grund der langen Entstehungs- und politischen Geschichte hat Bonn einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Der Bonner Münster, auch Münsterbasilika genannt, ist die katholische Hauptkirche in Bonn und ein Wahrzeichen der Stadt. Erbaut wurde es im 11. Jahrhundert. Als besonders sehenswert gilt der 900 Jahre alte Kreuzgang. Er gilt als der am vollständigsten erhaltene romanische Kreuzgang  nördlich der Alpen.

Das alte Rathaus im Rokoko Stil befindet sich am Marktplatz. Es wurde 1737 bis 1738 erbaut. Vollständig fertiggestellt wurde es allerdings erst um 1780.

Bonn ist außerdem die Geburtsstadt Ludwig von Beethoven. Das Geburtshaus Beethovens dient heute als Museum. Die Spuren Beethovens sind in der ganzen Stadt verteilt und laden zu einer ganz eigenen Entdeckungstour ein.

Bonn verfügt zudem über die größte zusammenhängende Fußgängerzone Europas und ist ein Shoppingeldorado für jedes Alter.

Der Rheinsteig

Ein mal im Leben den Jakobsweg laufen, das schwebt mir schon seit Jahren im Kopf rum. Aber um ehrlich zu sein, habe ich dazu zu viel Schiss. Alleine in einem Land herumzulaufen, in dem ich noch nicht mal die Sprache spreche, ist irgendwie nichts für mich. Auch die momentanen Unruhen halten mich schon Jahre davon ab den Jakobsweg zu laufen. Also entschloss ich mich, bei meinem ersten Besuch in Rüdesheim am Rhein, einmal den Rheinsteig zu laufen und zwar komplett.

Anfang 2017 konkretisierte ich dann meinen Plan. Von Mitte August bis Ende September sollte mein Projekt „Abenteuer Rheinsteig“ laufen. Das hielt ich für eine angenehme Reisezeit, da in den meisten Bundesländern die Ferien schon vorbei wahren und es im September nicht mehr ganz so heiß sein würde. Ich habe für den 340 km langen Rheinsteig 4 Wochen veranschlagt. Falls ich doch etwas länger dbenötigen sollte, habe ich zur Not noch ein paar Urlaubstage als Puffer eingebaut.

Besonders vorbereitet, im Sinne der Planung, habe ich mich für die Wanderung nicht. Was die körperliche Fitness betrifft natürlich schon. Mein Vorteil war, dass ich als Nebenjob in einem Geschäft für Outdoorbedarf arbeite. Hier habe ich nicht nur alles über Materialien, Schuhe und Zubehör gelernt, sondern ich konnte mich auch gleich mit allem Nötigen eindecken und das war einiges. Da ich, außer einem Paar Wanderschuhe und einem kleinen Rucksack, nichts besaß, wurde das auch leider erstmal recht teuer. Aber wenn man mit den Sachen pfleglich umgeht halten die ja ein Leben lang. Für die  Wanderung plante ich in Hotels und Pensionen zu Übernachten, daher wusste ich eh, dass das nicht unbedingt ein günstiger Urlaub wird.

Wie schon gesagt, habe ich mir wenig Gedanken über meine Unterkünfte gemacht. Ich habe mir irgendwann den Wanderführer „Rheinsteig – Von Bonn nach Wiesbaden“ von einem großen deutschen Automobilclub gekauft und den auch ausschließlich verwendet. Mir gefielen die Streckeneinteilungen sehr, da sie in kleineren Etappen eingeteilt waren. Sie beliefen sich so um die 8-15 km am Tag. Da es am Rhein immer viel zu sehen gibt, fand ich die relativ kurzen Strecken sehr ansprechend. So hat man immer noch genügend Zeit um sich etwas anzusehen.

Auch wurden in diesem Wanderführer immer zwei Übernachtungsmöglichkeiten benannt, die an den jeweiligen Etappenzielen zu finden sind. Das hat mir mit am besten gefallen. Schließlich will man nach so vielen Wanderkilometern nicht noch lange nach einem freien Zimmer suchen, sondern schnell in einer schönen Unterkunft ankommen und entspannen. Und wenn die Unterkünfte schon von diesem Automobilclub empfohlen werden, dann muss das ja was anständiges sein. Dachte ich. Nun, … da sollte ich mich gewaltig irren aber dazu gibt es in meinen Tagesberichten mehr. Trotz Nebensaison war ich mir unsicher, was die Bettenauslastung in der Region betraf und habe deswegen die ersten sieben Übernachtungen reserviert. Den Rest wollte ich von unterwegs reservieren. Mit Handy ist das ja heute alles kein Problem mehr.

Da das meine erste Wanderung über so viele Tage war, hatte ich natürlich keinerlei Erfahrung was das Gepäck betrifft. Ich habe mich auf verschiedenen Internetseiten und bei YouTube schlau gemacht, wie man einen Rucksack richtig packt, was man unbedingt dabei haben sollte und auf was man getrost verzichten kann. Das wichtigste, dass ich neben dem Klamottenrollen gelernt hatte, war, dass man sich auf ein Rucksackgewicht zwischen 8-10 kg beschränken sollte. Mein Rucksack wog am Abreisetag 17 kg. JA, … ich glaube dazu ist erstmal keine weitere Ausführung nötig. :-). Ich dachte halt: „Ach, das geht schon.“

Nun ja, … ich hatte im Vorfeld zu meiner Reise so einige Vorstellungen und Erwartungen. Einiges sollte jedoch komplett anders verlaufen wie geplant aber so ganz anders. Lest dazu mehr in meinen Tagesberichten.

Der Rheinsteig

Der Rheinsteig führt von Bonn über Koblenz nach Wiesbaden. Der insgesamt 320 km lange Fernwanderwerg mit stattlichen 11700 Höhenmetern, führt rechts des Rheins durch das Siebengebirge, die Höhen des Mittelrheins und durch die Weinberge des Rheingaugebirges. Die Wanderwege sind vom Untergrund sehr unterschiedlich. Man läuft auf geteerten Straßen, breiten und schmalen Waldwegen aber auch unebene schmale Pfade können den Weg kreuzen. Die Wegführung ist auch landschaftlich sehr abwechslungsreich, so dass nie Langeweile aufkommen wird. So eröffnet sich auch bei den unzähligen Aussichtspunkten zum teil sehr spektakuläre Aussichten in die umliegenden Berglandschaften von Taunus, Eifel, Westerwald und Hunsrück. Die jahrhundertealte Kulturgeschichte inspiriert mindestens eben solange die Rheinromantiker und habe bis heute ihre Faszination nicht verloren. Mehr wie 40 Burgen, Schlösser und Festungen machen das obere Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen weltweit einzigartig. 2002 wurde der 67 km lange Abschnitt sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Burg Eltz 

Heute habe ich mich auf einen 12,6 km langen Traumpfad rund um die Burg Eltz begeben. Geparkt habe ich in dem Örtchen Wieschem, direkt hinter der Feuerwehr und wurde dort gleich sehr positiv überrascht. Nicht nur das große, wehende Fahnen auf den Parkplatz aufmerksam machen, es gibt dort sogar ein gebührenfreies Toilettenhäuschen und für das Parkticket bezahlt man gerade mal 2€ für 12 Stunde. Einfach super.

Ich begann meinen Einstieg am Hotel/Restaurant Landhaus Neuhof. Ein Pärchen mit Hund Rocky, das ebenfalls gerade eingetroffen war, gesellte sich zu mir und wir meisterten die ersten Meter gemeinsam. Es ging nämlich schon gleich gut bergauf. Obwohl die erste Steigung nicht gerade unbeachtlich war, konnten die Beiden trotzdem ohne Punkt und Komma reden. Oben angekommen, wusste ich nicht, ob die Steigung so anstrengend war oder das Zuhören des nicht enden wollenden Wortschwalls meiner Begleitung. Ich beschloss daher mich höflich zu verabschieden und zog mein Tempo an um etwas Abstand zwischen uns zu bekommen. Der einzige, der immer noch mal vorbei schaute war Hund Rocky. Vielleicht brauchte er auch ein wenig Ruhe.

Rocky, mein stiller Begleiter

Nach ein paar Metern führte mich der Weg auf einen Radweg und gleich am Anfang hing eine Info-Tafel, die sehr zu meiner Belustigung beitrug.

“Liebe Wanderer, um Ihnen weiterhin ein entspanntes Wandererlebnis zu ermöglichen, können Sie auf dem folgenden Abschnitt des Traumpfades den grünen Seitenstreifen benutzen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen auf den Traumpfaden. Ihr Wegmanagement.“

Na Gott sei Dank. Nicht nur das ich verschont wurde ein paar Meter auf einem  gut geteerten Weg zu gehen, nein, ich brauche auch anscheinend keine Angst zu haben auf dem Grünstreifen auf Mienen, Bomben oder Bärenfallen zu treten. Super!

Nach knapp 5 Kilometer und schon längst wieder im Wald, wurde mir bewusst warum dieser Wanderweg als anspruchsvoll beschrieben wurde. Hier ging es nämlich auf einmal bergab und das ganz schön viel. 200 Höhenmeter auf knapp 900 Meter Länge. Und ich habe gleichzeitig herausgefunden, dass ich den Rundwanderweg in die falsche Richtung lief, denn laut Wanderführer sollte ich die Steigung eigentlich hoch laufen. Das erklärte natürlich auch, warum mir so viele Leute entgegen kamen. Natürlich war ich bis eben der Meinung, dass DIE alle falsch laufen. … Ups.

So, jetzt stand ich da oben und dachte nur:„Scheiße, jetzt musst du auch noch da runter.“ Bedingt durch meine Höhenangst, ist bei mir Runter nämlich immer irgendwie schlecht. Da ich aber auch keine Lust hatte wieder umzukehren und ich dort auch nicht für immer verweilen wollte, gab es nur einen Weg, … die Flucht nach vorne. Also bahnte ich mir auf dem ca 70 cm breiten Pfad meinen Weg, über Stock und Stein, nach unten. Was auf Grund der mir entgegenkommenden und nicht endenwollenden Menschenschlange nicht immer einfach war. Dieses kurze Stück ist das Anstrengendste auf dem gesamten Rundweg. Man sollte schon gutes Schuhwerk an den Füßen haben und über ein gewisses Maß an Trittsicherheit verfügen. Im Tal angekommen habe ich schon etwas meine Oberschenkel gespürt. Was aber durch die schöne Landschaft im Tal schnell in Vergessenheit geraten ist. Hier gibt es außerdem die Möglichkeit sich in einem Restaurant zu stärken.

Zeit zum Innehalten und die Schönheit des Eltzbachtals genießen

Von hieraus geht der Weg immer am Elzbach flussaufwärts entlang bis zur Burg Eltz. Die Gegend hier ist wirklich sehr idyllisch und lädt zum verweilen ein. Leider habe ich für meine Wanderung nicht nur die Sommerferien gewählt, sondern auch noch einen Sonntag. Es war also richtig viel los. Auffällig war, dass sehr viele Besucher aus dem benachbarten Ausland auf dieser Strecke unterwegs waren. Er herrschte also zusätzlich noch ein reges Sprachen-Wirrwarr.

Auf der Burg Eltz selbst war natürlich auch einiges los aber es war längst nicht so schlimm wie erwartet. Ich entschied mich an einer Führung teilzunehmen mit anschließender Besichtigung der Schatzkammer. Das Ticket kostete 10€ und trägt überwiegend zum Erhalt der Burg mit bei. Die Burgführung dauerte 45 Minuten war sehr interessant und kurzweilig. Erstaunlich fand ich auch die Geduld und das Fachwissen der Leiterin, die wirklich alle Fragen kompetent Beantworten konnte. Auch die der nervigen Kinder, die ich gedanklich schon mehrfach erschossen hatte. Warum muss auch ausgerechnet ich diesen allwissenden und nervtötenden 10 Jährigen in der Gruppe haben? Alles in Allem verbrachte ich hier anderthalb Stunden. Natürlich gibt es auf der Burg auch die Möglichkeit länger zu verweilen. Zwei Lokale laden hier zum Essen und Ausruhen ein aber darauf hatte ich keine Lust. Ich wollte lieber den Tag mit einem kühlen Blonden auf meinen Balkon ausklingen lassen.

Auf dem gut 5,5 Kilomerter langen Rückweg ist dann endlich das eingetroffen was ich am Wandern so liebe. Keine Menschenseele und absolute Ruhe. Hier konnte ich endlich so richtig schön entschleunigen und die Natur mit allen Sinnen genießen. Zum Schluss musste ich natürlich die 200 Höhenmeter wieder hinauf aber das war längst nicht so felsig und steil wie der Weg bergab und Berghochlaufen macht mir sowieso immer richtig viel Spaß. Auf halber Strecke, mitten im Wald, traf ich dann doch noch auf zwei einsame Seelen. Die Frau hangelte sich von Baum zu Baum und als ich auf ihrer Höhe war sagt sie zu ihrem sichtlich genervten Mann:„Man muss doch auch mal die Aussicht genießen!“ “Ja genau,“ dachte ich mir “wo hier mitten im Dickicht die Aussicht auch so überragend toll ist.“ und marschierte schmunzelnd weiter. Ober angekommen wurde mir ein wunderschöner Weitblick geschenkt. Das ist das Schöne am Wandern, man wird immer unmittelbar für seine Anstrengungen belohnt.

Alles in Allem war ich 4 Stunden und 40 Minuten unterwegs und habe eine Strecke von 14 km zurückgelegt. Hier ist auch die Zeit auf der Burg mit inbegriffen. Ein Ausflug zur Burg Eltz ist auf jeden Fall empfehlenswert aber nicht unbedingt am einem Sonntag. Führungen finden im Viertelstundentakt statt und werden in unterschiedlichen Sprachen angeboten.
Die Burg Eltz

Der Innenhof der Burg Eltz

Die Burg Eltz ist seit dem 9. Jahrhundert in Familienbesitz. Die Burg blieb über die Jahrhunderte hinweg unzerstört und ist der Inbegriff der Ritterburg. Der Name Eltz tauchte zum erstemal 1157 in einer Schenkungsurkunde Friedrich I. Barbarossa auf. Die Erbauer orientierten sich bei dem Grundriss sehr stark an der Felsformation auf der die Burg erbaut wurde. Was man auch sehr stark im Inneren der Burg erkennen kann. Im laufe der Zeit kam es unter den drei Brüdern Eltz zur Stammesteilung. Es blieben aber alle drei Stämme auf der Burg wohnen. Was für die damalige Zeit sehr ungewöhnliche war.
In den folgenden Jahren überlebte die Burg einige Kriege und wurde sogar 1920 von einem Brand heimgesucht. All das konnte der Burg keinen großen Schaden zufügen.

In den Jahren 2009-2012 fanden umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten statt. Neben diversen Sicherheitsanlagen wurden fast alle Schieferdächer und das Gewölbe des Fahnensaals erneuert.

Der jetzige Eigentümer, Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg lebt in Frankfurt am Main und auf dem Eltzer Hof zu Eltville am Rhein, welches ich vermutlich im September besuchen werde.

Das Felsenmeer 

Das spektakuläre Naturdenkmal Felsenmeer liegt an den Hängen des Felsberges im Lautertal, im schönen Odenwald.

Die Entstehung des Felsenmeers 

Der Legende nach, gab es vor langer Zeit zwei Riesen. Der Eine lebte auf dem Felsberg und der Andere auf dem Hohenstein. Eines Tages gerieten die beiden Riesen in einen bitterbösen Streit und fingen an, sich mit Felsbrocken zu bewerfen. Der Riese auf dem Hohenstein hatte viel mehr Felsen zum Werfen und so kam es, dass der Felsbergriese verlor und unter einem “Meer von Steinen“ begraben wurde.

Dies ist natürlich nur eine Legende, wobei es das Felsenmeer tatsächlich gibt.

Die Entstehung begann vor etwa 340 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit kollidierten zwei Kontinente im Gebiet des heutigen Odenwaldes miteinander. An dieser Stelle bildete sich ein riesiges Gebirge. Gleichzeitig schmolz in der Tiefe das Gestein und stieg als flüssiges Magma empor. Vor rund 330 Millionen Jahren erkaltete dann der Kern und es entstand ein granitähnliches Gestein. Das Melaquarzdiorit. Im Laufe der Jahre wurde die Oberfläche des Felsberges abgetragen und somit das darunter liegende Felsenmeer freigelegt.

Die Neuzeit

Heute ist der Felsberg ein Naturschutzgebiet. Neben Rehen, Wildschweinen und dem Schwarz-Specht nimmt hier die Waldmeister-Buche eine wichtige Funktion ein.

Um das Felsenmeer herum befinden sich viele befestigte Wanderwege. Auch ein Besuch mit Kinderwagen ist gut möglich. Auf Grund der dichten Bewaldung, ist das Felsenmeer auch bei höheren Temparaturen ein schönes Ausflugsziel für Groß und Klein.

Das Felsenmeer ist begehbar und auf jeden Fall eine Klettertour wert. So kommt es wohl auch, dass sich von Familien mit Kindern bis hin zu Sportgruppen, die die Unebenheiten der Felsen für ihr Workout nutzen, alles dort vertreten ist.

Meine Tour

Ich entschied mich für eine kleinen Rundweg über 10 km. Geparkt habe ich auf dem kostenfreien Naturparkplatz direkt am Hotel-Restaurant “Kreuzhof Kuralp“. Von dort aus sind es ca. 20 Minuten Fußweg bis zum oberen Felsenmeer. Der Rundweg ist gut beschildert und am Anfang der Waldrandes befindet sich eine Karte zur Orientierung und Wegeplanung. Am Felsenmeer angekommen, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auf den Felsen nach unten zu klettern. Zugegeben, mir hatten ganzschön die Beine geschlottert aber nach der ersten Überwindung hatte ich richtig viel Spaß dabei. Natürlich geht das Ganze auch etwas leichte, indem man das Felsenmeer hinaufklettert aber auf diese Idee bin ich zu dieser Zeit nicht gekommen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert seine Jackentaschen zu schließen und sonstige Taschen, Rucksäcke, etc. gut zu sichern, damit sie nicht runterplumpsen. Ich hatte nämlich auch daran nicht gedacht und merkte zum Glück gerade noch rechtzeitig, dass sich der Gurt meiner Umhängetasche geöffnet hatte und die Tasche beinahe in eine der tiefen Spalten gefallen wäre.

Insgesamt habe ich für die Strecke 2:30 Stunden gebraucht. Die minimale Höhe betrug 284 Meter und die maximale Höhe 504 Meter. Also alles in allem eine moderate Strecke.

Es gibt auf der Tour neben dem Hotel-Restaurant Kuralp noch das Lokal Adas Buka zur Einkehr. Welches auch sehr Ansprechend aussah.

Gerne könnt ihr euch auch in der Galerie dazu ein paar Bilder ansehen.