Der Rheinsteig

Ein mal im Leben den Jakobsweg laufen, das schwebt mir schon seit Jahren im Kopf rum. Aber um ehrlich zu sein, habe ich dazu zu viel Schiss. Alleine in einem Land herumzulaufen, in dem ich noch nicht mal die Sprache spreche, ist irgendwie nichts für mich. Auch die momentanen Unruhen halten mich schon Jahre davon ab den Jakobsweg zu laufen. Also entschloss ich mich, bei meinem ersten Besuch in Rüdesheim am Rhein, einmal den Rheinsteig zu laufen und zwar komplett.

Anfang 2017 konkretisierte ich dann meinen Plan. Von Mitte August bis Ende September sollte mein Projekt „Abenteuer Rheinsteig“ laufen. Das hielt ich für eine angenehme Reisezeit, da in den meisten Bundesländern die Ferien schon vorbei wahren und es im September nicht mehr ganz so heiß sein würde. Ich habe für den 340 km langen Rheinsteig 4 Wochen veranschlagt. Falls ich doch etwas länger dbenötigen sollte, habe ich zur Not noch ein paar Urlaubstage als Puffer eingebaut.

Besonders vorbereitet, im Sinne der Planung, habe ich mich für die Wanderung nicht. Was die körperliche Fitness betrifft natürlich schon. Mein Vorteil war, dass ich als Nebenjob in einem Geschäft für Outdoorbedarf arbeite. Hier habe ich nicht nur alles über Materialien, Schuhe und Zubehör gelernt, sondern ich konnte mich auch gleich mit allem Nötigen eindecken und das war einiges. Da ich, außer einem Paar Wanderschuhe und einem kleinen Rucksack, nichts besaß, wurde das auch leider erstmal recht teuer. Aber wenn man mit den Sachen pfleglich umgeht halten die ja ein Leben lang. Für die  Wanderung plante ich in Hotels und Pensionen zu Übernachten, daher wusste ich eh, dass das nicht unbedingt ein günstiger Urlaub wird.

Wie schon gesagt, habe ich mir wenig Gedanken über meine Unterkünfte gemacht. Ich habe mir irgendwann den Wanderführer „Rheinsteig – Von Bonn nach Wiesbaden“ von einem großen deutschen Automobilclub gekauft und den auch ausschließlich verwendet. Mir gefielen die Streckeneinteilungen sehr, da sie in kleineren Etappen eingeteilt waren. Sie beliefen sich so um die 8-15 km am Tag. Da es am Rhein immer viel zu sehen gibt, fand ich die relativ kurzen Strecken sehr ansprechend. So hat man immer noch genügend Zeit um sich etwas anzusehen.

Auch wurden in diesem Wanderführer immer zwei Übernachtungsmöglichkeiten benannt, die an den jeweiligen Etappenzielen zu finden sind. Das hat mir mit am besten gefallen. Schließlich will man nach so vielen Wanderkilometern nicht noch lange nach einem freien Zimmer suchen, sondern schnell in einer schönen Unterkunft ankommen und entspannen. Und wenn die Unterkünfte schon von diesem Automobilclub empfohlen werden, dann muss das ja was anständiges sein. Dachte ich. Nun, … da sollte ich mich gewaltig irren aber dazu gibt es in meinen Tagesberichten mehr. Trotz Nebensaison war ich mir unsicher, was die Bettenauslastung in der Region betraf und habe deswegen die ersten sieben Übernachtungen reserviert. Den Rest wollte ich von unterwegs reservieren. Mit Handy ist das ja heute alles kein Problem mehr.

Da das meine erste Wanderung über so viele Tage war, hatte ich natürlich keinerlei Erfahrung was das Gepäck betrifft. Ich habe mich auf verschiedenen Internetseiten und bei YouTube schlau gemacht, wie man einen Rucksack richtig packt, was man unbedingt dabei haben sollte und auf was man getrost verzichten kann. Das wichtigste, dass ich neben dem Klamottenrollen gelernt hatte, war, dass man sich auf ein Rucksackgewicht zwischen 8-10 kg beschränken sollte. Mein Rucksack wog am Abreisetag 17 kg. JA, … ich glaube dazu ist erstmal keine weitere Ausführung nötig. :-). Ich dachte halt: „Ach, das geht schon.“

Nun ja, … ich hatte im Vorfeld zu meiner Reise so einige Vorstellungen und Erwartungen. Einiges sollte jedoch komplett anders verlaufen wie geplant aber so ganz anders. Lest dazu mehr in meinen Tagesberichten.

Der Rheinsteig

Der Rheinsteig führt von Bonn über Koblenz nach Wiesbaden. Der insgesamt 320 km lange Fernwanderwerg mit stattlichen 11700 Höhenmetern, führt rechts des Rheins durch das Siebengebirge, die Höhen des Mittelrheins und durch die Weinberge des Rheingaugebirges. Die Wanderwege sind vom Untergrund sehr unterschiedlich. Man läuft auf geteerten Straßen, breiten und schmalen Waldwegen aber auch unebene schmale Pfade können den Weg kreuzen. Die Wegführung ist auch landschaftlich sehr abwechslungsreich, so dass nie Langeweile aufkommen wird. So eröffnet sich auch bei den unzähligen Aussichtspunkten zum teil sehr spektakuläre Aussichten in die umliegenden Berglandschaften von Taunus, Eifel, Westerwald und Hunsrück. Die jahrhundertealte Kulturgeschichte inspiriert mindestens eben solange die Rheinromantiker und habe bis heute ihre Faszination nicht verloren. Mehr wie 40 Burgen, Schlösser und Festungen machen das obere Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen weltweit einzigartig. 2002 wurde der 67 km lange Abschnitt sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

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