Die Burg Eltz 

Heute habe ich mich auf einen 12,6 km langen Traumpfad rund um die Burg Eltz begeben. Geparkt habe ich in dem Örtchen Wieschem, direkt hinter der Feuerwehr und wurde dort gleich sehr positiv überrascht. Nicht nur das große, wehende Fahnen auf den Parkplatz aufmerksam machen, es gibt dort sogar ein gebührenfreies Toilettenhäuschen und für das Parkticket bezahlt man gerade mal 2€ für 12 Stunde. Einfach super.

Ich begann meinen Einstieg am Hotel/Restaurant Landhaus Neuhof. Ein Pärchen mit Hund Rocky, das ebenfalls gerade eingetroffen war, gesellte sich zu mir und wir meisterten die ersten Meter gemeinsam. Es ging nämlich schon gleich gut bergauf. Obwohl die erste Steigung nicht gerade unbeachtlich war, konnten die Beiden trotzdem ohne Punkt und Komma reden. Oben angekommen, wusste ich nicht, ob die Steigung so anstrengend war oder das Zuhören des nicht enden wollenden Wortschwalls meiner Begleitung. Ich beschloss daher mich höflich zu verabschieden und zog mein Tempo an um etwas Abstand zwischen uns zu bekommen. Der einzige, der immer noch mal vorbei schaute war Hund Rocky. Vielleicht brauchte er auch ein wenig Ruhe.

Rocky, mein stiller Begleiter

Nach ein paar Metern führte mich der Weg auf einen Radweg und gleich am Anfang hing eine Info-Tafel, die sehr zu meiner Belustigung beitrug.

“Liebe Wanderer, um Ihnen weiterhin ein entspanntes Wandererlebnis zu ermöglichen, können Sie auf dem folgenden Abschnitt des Traumpfades den grünen Seitenstreifen benutzen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen auf den Traumpfaden. Ihr Wegmanagement.“

Na Gott sei Dank. Nicht nur das ich verschont wurde ein paar Meter auf einem  gut geteerten Weg zu gehen, nein, ich brauche auch anscheinend keine Angst zu haben auf dem Grünstreifen auf Mienen, Bomben oder Bärenfallen zu treten. Super!

Nach knapp 5 Kilometer und schon längst wieder im Wald, wurde mir bewusst warum dieser Wanderweg als anspruchsvoll beschrieben wurde. Hier ging es nämlich auf einmal bergab und das ganz schön viel. 200 Höhenmeter auf knapp 900 Meter Länge. Und ich habe gleichzeitig herausgefunden, dass ich den Rundwanderweg in die falsche Richtung lief, denn laut Wanderführer sollte ich die Steigung eigentlich hoch laufen. Das erklärte natürlich auch, warum mir so viele Leute entgegen kamen. Natürlich war ich bis eben der Meinung, dass DIE alle falsch laufen. … Ups.

So, jetzt stand ich da oben und dachte nur:„Scheiße, jetzt musst du auch noch da runter.“ Bedingt durch meine Höhenangst, ist bei mir Runter nämlich immer irgendwie schlecht. Da ich aber auch keine Lust hatte wieder umzukehren und ich dort auch nicht für immer verweilen wollte, gab es nur einen Weg, … die Flucht nach vorne. Also bahnte ich mir auf dem ca 70 cm breiten Pfad meinen Weg, über Stock und Stein, nach unten. Was auf Grund der mir entgegenkommenden und nicht endenwollenden Menschenschlange nicht immer einfach war. Dieses kurze Stück ist das Anstrengendste auf dem gesamten Rundweg. Man sollte schon gutes Schuhwerk an den Füßen haben und über ein gewisses Maß an Trittsicherheit verfügen. Im Tal angekommen habe ich schon etwas meine Oberschenkel gespürt. Was aber durch die schöne Landschaft im Tal schnell in Vergessenheit geraten ist. Hier gibt es außerdem die Möglichkeit sich in einem Restaurant zu stärken.

Zeit zum Innehalten und die Schönheit des Eltzbachtals genießen

Von hieraus geht der Weg immer am Elzbach flussaufwärts entlang bis zur Burg Eltz. Die Gegend hier ist wirklich sehr idyllisch und lädt zum verweilen ein. Leider habe ich für meine Wanderung nicht nur die Sommerferien gewählt, sondern auch noch einen Sonntag. Es war also richtig viel los. Auffällig war, dass sehr viele Besucher aus dem benachbarten Ausland auf dieser Strecke unterwegs waren. Er herrschte also zusätzlich noch ein reges Sprachen-Wirrwarr.

Auf der Burg Eltz selbst war natürlich auch einiges los aber es war längst nicht so schlimm wie erwartet. Ich entschied mich an einer Führung teilzunehmen mit anschließender Besichtigung der Schatzkammer. Das Ticket kostete 10€ und trägt überwiegend zum Erhalt der Burg mit bei. Die Burgführung dauerte 45 Minuten war sehr interessant und kurzweilig. Erstaunlich fand ich auch die Geduld und das Fachwissen der Leiterin, die wirklich alle Fragen kompetent Beantworten konnte. Auch die der nervigen Kinder, die ich gedanklich schon mehrfach erschossen hatte. Warum muss auch ausgerechnet ich diesen allwissenden und nervtötenden 10 Jährigen in der Gruppe haben? Alles in Allem verbrachte ich hier anderthalb Stunden. Natürlich gibt es auf der Burg auch die Möglichkeit länger zu verweilen. Zwei Lokale laden hier zum Essen und Ausruhen ein aber darauf hatte ich keine Lust. Ich wollte lieber den Tag mit einem kühlen Blonden auf meinen Balkon ausklingen lassen.

Auf dem gut 5,5 Kilomerter langen Rückweg ist dann endlich das eingetroffen was ich am Wandern so liebe. Keine Menschenseele und absolute Ruhe. Hier konnte ich endlich so richtig schön entschleunigen und die Natur mit allen Sinnen genießen. Zum Schluss musste ich natürlich die 200 Höhenmeter wieder hinauf aber das war längst nicht so felsig und steil wie der Weg bergab und Berghochlaufen macht mir sowieso immer richtig viel Spaß. Auf halber Strecke, mitten im Wald, traf ich dann doch noch auf zwei einsame Seelen. Die Frau hangelte sich von Baum zu Baum und als ich auf ihrer Höhe war sagt sie zu ihrem sichtlich genervten Mann:„Man muss doch auch mal die Aussicht genießen!“ “Ja genau,“ dachte ich mir “wo hier mitten im Dickicht die Aussicht auch so überragend toll ist.“ und marschierte schmunzelnd weiter. Ober angekommen wurde mir ein wunderschöner Weitblick geschenkt. Das ist das Schöne am Wandern, man wird immer unmittelbar für seine Anstrengungen belohnt.

Alles in Allem war ich 4 Stunden und 40 Minuten unterwegs und habe eine Strecke von 14 km zurückgelegt. Hier ist auch die Zeit auf der Burg mit inbegriffen. Ein Ausflug zur Burg Eltz ist auf jeden Fall empfehlenswert aber nicht unbedingt am einem Sonntag. Führungen finden im Viertelstundentakt statt und werden in unterschiedlichen Sprachen angeboten.
Die Burg Eltz

Der Innenhof der Burg Eltz

Die Burg Eltz ist seit dem 9. Jahrhundert in Familienbesitz. Die Burg blieb über die Jahrhunderte hinweg unzerstört und ist der Inbegriff der Ritterburg. Der Name Eltz tauchte zum erstemal 1157 in einer Schenkungsurkunde Friedrich I. Barbarossa auf. Die Erbauer orientierten sich bei dem Grundriss sehr stark an der Felsformation auf der die Burg erbaut wurde. Was man auch sehr stark im Inneren der Burg erkennen kann. Im laufe der Zeit kam es unter den drei Brüdern Eltz zur Stammesteilung. Es blieben aber alle drei Stämme auf der Burg wohnen. Was für die damalige Zeit sehr ungewöhnliche war.
In den folgenden Jahren überlebte die Burg einige Kriege und wurde sogar 1920 von einem Brand heimgesucht. All das konnte der Burg keinen großen Schaden zufügen.

In den Jahren 2009-2012 fanden umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten statt. Neben diversen Sicherheitsanlagen wurden fast alle Schieferdächer und das Gewölbe des Fahnensaals erneuert.

Der jetzige Eigentümer, Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg lebt in Frankfurt am Main und auf dem Eltzer Hof zu Eltville am Rhein, welches ich vermutlich im September besuchen werde.

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